Brücken bauen gegen Sprachbarrieren

Dienstag, 16.5.2023

Beratung, Begleitung und Koordinierung für Sprachförderangebote: Florian Leimgruber über die vielfältigen Aufgaben des Sprachenzentrums und seine persönlichen Erfahrungen als Sprachförderlehrkraft und als Leiter des Sprachenzentrums in Schlanders. 

Das Sprachenzentrum und seine Aufgaben lässt sich weniger thematisch, sondern eher durch unsere primäre Zielgruppe, nämlich alle schulpflichtigen Migrantinnen und Migranten, eingrenzen. Die Aufgabenbereiche des Sprachenzentrums sind dadurch bedingt genauso vielfältig wie die Zielgruppe selbst. Sie umfassen unter anderem 

  • die Beratung und Begleitung von neu in Südtirol angekommenen Familien bei der Schulwahl und Einschreibung ihrer Kinder in einen Südtiroler Kindergarten oder Schule, 
  • die Beratung von Pädagogischen Fachkräften bei didaktisch-methodischen bis hin zu rechtlich-organisatorischen Fragen rund um den Themenbereich Migration sowie 
  • die Organisation und Koordinierung von schulübergreifenden Sprachförderkursen, herkunftssprachlichem Unterricht, Sommersprachkursen und gegebenenfalls auch von Ankunftsklassen für Geflüchtete. 

Dieser breitgefächerte Aufgabenbereich ist auch der Hauptgrund dafür, warum es ein Sprachenzentrum braucht. Unser Bildungssystem ist komplex und es braucht zwingend eine erste Anlaufstelle für Migrantinnen und Migranten mit allen ihren Anliegen rund um das Thema Schule. Und selbst wenn ihnen nicht direkt geholfen werden kann, dann werden sie zumindest stets an die richtige Stelle weitergeleitet. 

Eine der Kernaufgabe der Sprachenzentren ist wie gesagt die Organisation der Sommersprachkurse. Sie unterscheiden sich von vielen gängigen Sommerangeboten dadurch, dass es nicht um die Betreuung von Kindern und Jugendlichen über die unterrichtsfreien Sommermonate geht, sondern um Sprachförderung. Die Sommersprachkurse sind zeitlich auf zwei Wochen begrenzt. Zwei Wochen ist natürlich eine zu kurze Zeit, um deutliche Fortschritte zu erzielen. Wir sind uns dessen bewusst und der Fokus liegt daher auch eher auf der Auffrischung von bereits Gelernten in kleineren Lerngruppen in lockerer Atmosphäre. Im übertragenen Sinne kann man von einem didaktischen „Warmstart“ sprechen. Der sprachliche „Motor“ wird vorgeheizt, damit dann mit Erfolg ins Schuljahr gestartet werden kann. 

Zielgruppe der Sprachkurse sind alle Migrantinnen und Migranten im schulpflichtigen Alter mit Bedarf, von einzuschulenden Kindern bis hin zu Oberschülerinnen und Oberschülern. Die Nachfrage nach diesen Kursen ist hoch und die Tendenz bleibt steigend. Auch in Schulsprengeln im ländlichen Raum ist es meist möglich, die vorgesehene Mindestanzahl an Teilnehmenden für einen Kurs zu erreichen. Im urbanen Raum hingegen übersteigt die Nachfrage mittlerweile beinahe das Angebot. Es musste teilweise die maximale Teilnehmeranzahl begrenzt werden, damit die Kurse nicht zu groß wurden. Die Koordinierung und Organisation übernimmt das Sprachenzentrum, die Durchführung hingegen Lehrkräfte, die eigens dafür beauftragt werden. Die meisten von ihnen haben bereits langjährige Unterrichtserfahrung. Unter den Lehrkräften finden sich jedoch auch viele Studierende, die die Sommersprachkurse nutzen, um wichtige Berufs- und Unterrichtserfahrung im Bereich Deutsch als Zweitsprache zu sammeln. 

Es ist noch nicht lange her, dass ich selbst einer dieser Studenten war und zwei Sommer hintereinander an einer Schule im Vinschgau meine „ersten Schritte“ gemacht habe. Nun bin ich zufälligerweise Jahre später an dieselbe Schule als Sprachförderlehrkraft zurückgekehrt, an der ich einst die Sommerkurse geleitet habe. Auf dem Pausenhof sah ich einige bekannte Gesichter und auch im Klassenregister entdeckte ich mir bekannte Namen. Niemand von ihnen wurde jedoch zu meinen Schülerinnen und Schülern, denn sie hatten alle mittlerweile keinen Bedarf an Sprachförderung mehr und waren bestens in ihrer Klassengemeinschaft integriert. Es mag kurios klingen, aber manchmal ist es ein schönes Gefühl nicht mehr gebraucht zu werden. 

Florian Leimgruber, Pädagogisches Beratungszentrum Schlanders

Wozu Schule da ist, wenn Maschinen denken lernen

Donnerstag, 3.9.2026

Welche Aufgaben bleiben der Schule, wenn Wissen jederzeit verfügbar ist und künstliche Intelligenz vieles schneller erledigt? Christoph Stragenegg, Direktor des Vinzentinums in Brixen, zeigt, warum Bildung mehr bedeutet als Wissensvermittlung – und weshalb Beziehung, Urteilskraft, Sprache und Gemeinschaft unverzichtbar bleiben.

mehr dazu…

Naturschutz beginnt vor unserer Haustür

Donnerstag, 3.9.2026

Wie können Kinder für den Schutz heimischer Tierarten begeistert werden? Im Rahmen des Projekts „Verantwortung Lebensraum – für unsere heimischen Vögel“ beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler der Grundschule Obervintl mit Artenvielfalt, Biodiversität und praktischem Naturschutz.

mehr dazu…

Gemeinsam den richtigen Groove finden

Dienstag, 1.9.2026

Bei den Sommermusikwochen in Eppan leitete die Südtiroler Jazzmusikerin und Saxophonistin Helga Plankensteiner erstmals den Kurs „Big Band“. Im INFO-Interview erzählt sie, warum das Spielen in einer Big Band wie Mannschaftssport funktioniert und wie Jugendliche an Jazz und Improvisation herangeführt werden.

mehr dazu…

Lernwelten

  • Naturschutz beginnt vor unserer Haustür
    Wie können Kinder für den Schutz heimischer Tierarten begeistert werden? Im Rahmen des Projekts „Verantwortung Lebensraum – für unsere heimischen Vögel“ beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler der Grundschule Obervintl mit Artenvielfalt, Biodiversität und praktischem Naturschutz.
  • Gemeinsam den richtigen Groove finden
    Bei den Sommermusikwochen in Eppan leitete die Südtiroler Jazzmusikerin und Saxophonistin Helga Plankensteiner erstmals den Kurs „Big Band“. Im INFO-Interview erzählt sie, warum das Spielen in einer Big Band wie Mannschaftssport funktioniert und wie Jugendliche an Jazz und Improvisation herangeführt werden.
  • Sichere Schulwege beginnen nicht erst beim Zebrastreifen
    Wie kommen Kinder sicher zu Fuß in Kindergarten oder Schule? Mobilitätsprojekte in Taufers im Münstertal und Schlanders zeigen, dass dafür oft keine großen Bauvorhaben nötig sind. Harald Reiterer von Green Mobility erklärt, worauf es ankommt.
  • Supplenzstellenwahl ab 29. Juli
    Wahl der Supplenzstellen für den Unterricht an deutschsprachigen Schulen kann von Mittwoch, 29. Juli, bis Dienstag, 4. August, online vorgenommen werden
  • Neugierig bleiben, Fragen stellen, mutig weiterwachsen
    Erfolgreicher Abschluss der diesjährigen Auflage der Sommerakademie „Sapientia Ludens“ – Lernräume, in denen junge Menschen ihre Interessen vertiefen, Kreativität entfalten und neue Stärken entdecken
Mehr…