Talente Tage

„Wos willsch?“

Mittwoch, 13.12.2023

Zum 12. Mal lud Siglinde Doblander, Koordinatorin der Südtiroler Begabungs- und Begabtenförderung an der Pädagogischen Abteilung der Deutschen Bildungsdirektion, am 6. und 7. Dezember 2023 zu den „Talente Tagen“ nach Tramin. Ein Einblick.

Wo man hinschaute, war der Wille zu sehen. Der Wille zum Verstehen und zum Vertiefen. Der Wille, sich mit anderen Interessierten auszutauschen – über Themen, die viel mit dem zu tun haben, wo wir leben, was wir tun und wie wir sein wollen.

36 Schülerinnen und Schüler aus 10 Südtiroler Oberschulen wollten es in diesem Jahr wissen: Auf Schloss Rechtenthal in Tramin nahmen sie an den „Talente Tagen“ teil. Motivierte Jugendliche erhalten dabei zwei Tage lang die Möglichkeit, sich mit bekannten und unbekannten Gleichaltrigen auszutauschen und gemeinsam mit fachkundigen Lehrpersonen in Bereiche einzutauchen, die im Schulalltag kaum Platz finden.

„Auf Augenhöhe“, beschreibt Alessandro Montoro, Lehrer für Rechts- und Wirtschaftskunde an der Oberschule Fallmerayer in Brixen, die Zusammenarbeit mit den Schülerinnen und Schülern. Gemeinsam mit seinem Kollegen Hanno Barth von der Wirtschaftsfachoberschule Kunter in Bozen hat er in diesem Jahr die „Weltordnung im Wandel“ analysiert. Wirtschaftskrisen und Konflikte wie jener in der Ukraine und in Israel bringen die Vormachtstellung des Westens zunehmend ins Wanken und lassen neue, überraschende Bündnisse entstehen. „Wer hätte vor ein paar Jahren gedacht, dass Saudi-Arabien und der Iran willens sind, sich derart anzunähern?“, sagt Barth. Der Blick zurück macht aktuelle Entwicklungen verständlich.

(v.l.) Die Referenten Alessandro Montoro und Hanno Barth stellten gemeinsam
mit der Koordinatorin der Talente Tage den Workshop „Weltordnung im Wandel“ vor.

Nicht die Vergangenheit, sondern die Zukunft prägte den zweiten, großen Themenbereich der Talente-Tage: „Humans and Machines. From time travel to artificial intelligence“. Mit Hilfe von Science-Fiction gingen Helga Tschurtschenthaler und Armin Monsorno (sie Lehrerin für Englisch, er Lehrer für Geschichte und Philosophie am Bozner Gymnasium Walther von der Vogelweide) der Frage nach, wie phantastische Welten dabei helfen können, die Natur des Menschen besser zu verstehen. Was unterscheidet den Menschen vom Computer? Wie funktioniert das Denken? Und: Welche Aufgabenfelder wollen wir der künstlichen Intelligenz künftig überlassen? „Die Fragen sind nicht neu“, meint Anna Hofer, Schülerin am Sprachengymnasium in Schlanders. „Hier aber haben wir gelernt, selber darüber nachzudenken und Verknüpfungen zwischen Science-Fiction und Philosophie herzustellen.“

Um Science-Fiction und Philosophie ging es im Workshop Humans and Machines.

Mit dem Willen im philosophischen und im politischen Sinn beschäftigte sich das dritte Schüler-Lehrer-Gespann der Talente Tage unter der Leitung der Geschichte- und Philosophielehrer Georg Siller (Sprachengymnasium Meran) und Bettina Gartner (Sprachen- und Realgymnasium Bruneck). „Unser Wille geschehe“, lautete der Titel ihres Workshops, der von der Frage des Ichs über den persönlichen Willen bis hin zum politischen Entscheidungsprozess reichte. „Vor allem die Frage, was das Ich ist und ob wir im Alltag Rollen spielen, hat die Schülerinnen und Schüler interessiert“, sagt Siller. „Die persönliche Lebensgestaltung ist ein großes Thema.“

Im Workshop „Unser Wille geschehe!“ beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler mit der selbstbestimmten Willensbildung und der individueller Freiheit.

Um die eigenen Überlegungen greifbar zu machen, formulierten die Schülerinnen und Schüler Radiobeiträge, die in den Wochen vor Weihnachten in der RAI-Sendung „Auf ein Wort“ ausgestrahlt werden. Die Themen gehen von sturen Pferden, die das Unterbewusstsein symbolisieren, über Schmetterlings-Ohrringe, die der Selbstdarstellung dienen, bis hin zu einem Betrunkenen vor einer Disko, der die Umstehenden mit der Frage „Wos willsch?“ ganz schön in Schwitzen bringt.

Bettina Gartner

Talente Tage

„Externe Evaluation als Chance sehen“

Mittwoch, 13.12.2023

Die Landesevaluationsstelle wird oft als reines Kontrollorgan wahrgenommen. Klaus Niederstätter, ihr neuer Leiter, will dieses Image verändern. Im Interview mit INFO spricht er über seine Vision, neue Methoden und die Herausforderungen der Bildungslandschaft.

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    Die beschreibende Bewertung an Grundschulen wird auf Staatsebene überarbeitet. Südtirol reagiert – aber erst ab dem Schuljahr 2025/26. Was das für Lehrkräfte sowie Schülerinnen und Schüler bedeutet, erklärt Landesschuldirektorin Sigrun Falkensteiner.
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    ie „Modellierungswoche“ für Schülerinnen und Schüler mit besonderem Interesse für Mathematik ist am 21. März mit der Präsentation der Ergebnisse auf Schloss Rechtenthal in Tramin abgeschlossen worden.
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    Anlässlich des Internationalen Tages der Hauswirtschaft fand am 21. März in der Fachschule für Hauswirtschaft und Ernährung in Tisens die Tagung „Konsum neu denken – Hauswirtschaft ist dabei“ statt.
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    Kleine Forscher ganz groß: Im Kindergarten St. Jakob/Grutzen entdecken Kinder spielerisch die Wunder der Natur. Mit Lupen, Magneten und spannenden Experimenten wird ihre Neugierde gefördert.
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